Mächen*cafe GÖRLS Reutlingen

 

Die jährliche Gedenkstunde des baden-württembergischen Parlaments an die Opfer des Nationalsozialismus ist am 25. Januar erstmals Menschen gewidmet, die wegen ihrer Sexualität verfolgt wurden.

Jährlich erinnert der Landtag von Baden-Württemberg mit einer Gedenkstunde an die Opfer des Nationalsozialismus um den Jahrestag der Befreiung der Konzentrationslager in Auschwitz am 27. Januar 1945. Der Blick in diesem Jahr war den Menschen geidmet, die wegen ihrer gleichgeschlechtlichen Liebe und Sexualität ausgegrenzt und verfolgt wurden. Nach einer Begrüßung und Gedenkrede wurde die Gedenkstunde von der Parlamentspräsidentin Muhterem Aras redete Joachim Stein für das Netzwerk lsbttiq Baden-Württemberg und als Vorstandsmitglied des Stuttgarter LSBTTIQ-Zentrums Weissenburg e.V..Muhterem Aras Rede zum Gedenktag können sie hier nachlesen.
Professor Dr. Wolfram Pyta vom Historischen Institut der Universität Stuttgart hielt seinen Vortrag zum Thema: "Rosa Winkel und Weiße Rose – Freiheitsstreben in der NS-Diktatur".

Zum diesjährigen Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus betont das Netzwerk LSBTTIQ Baden-Württemberg insbesondere, dass bei der Aufarbeitung und Darstellung der Ausgrenzungs- und Verfolgungsgeschichte von LSBTTIQ Menschen in den letzten Jahren erste, wichtige Erfolge erzielt werden konnten und verwies auf das außeruniversitäre Internetprojekt www.der-liebe-wegen.org und auf die neue Dauerausstellung im ehemaligen Gestapo-Gebäude „Hotel Silber“ in Stuttgart oder der Beginn einer längerfristig angelegten Aufarbeitung der Geschichte von LSBTTIQ durch die Universität Stuttgart, Abteilung Neuere Geschichte. Einen besonderen Handlungsbedarf sieht das Netzwerk lsbttiq Baden-Württemberg in einer gezielten Förderung in der Forschungen bei der Aufarbeitung und Darstellung des NS-Unrechts an lesbischen und bisexuellen Frauen und transsexuellen, transgender oder intersexuellen Menschen, sowie die Erforschung der Zusammenhänge und Wechselwirkung zwischen Frauenbewegung und LSBTTIQ-Emanzipationsbewegung.

Das Netzwerk LSBTTIQ Baden-Württemberg ist ein überparteilicher und weltanschaulich nicht gebundener Zusammenschluss von lesbisch-schwul-bisexuell-transsexuell-transgender-intersexuell und queeren (LSBTTIQ) Gruppen, Vereinen und Initiativen. Das Netzwerk zeigt damit bereits die Vielfalt und die Vielgestaltigkeit von Geschlecht und sexueller Orientierungen. Ziel des Netzwerks ist es, die Zusammenarbeit der verschiedenen LSBTTIQ-Mitgliedsgruppen auf Landesebene zu fördern und den Erfahrungsaustausch zu intensivieren, zu zentralen Themen gemeinsame Positionen zu erarbeiten und gegenüber landespolitischen Entscheidungstragenden zu vertreten. Dabei greift das Netzwerk auf die vorhandenen Kompetenzen und Expertisen der Mitglieder zurück. Die Bündelung der Aktivitäten vor Ort erbringt Synergieeffekte, die den gesellschaftlichen Beitrag der Mitgliedsgruppen wirkungsvoller gestaltet. Die Eigenständigkeit jedes Mitglieds wird respektiert und alle Mitglieder arbeiten gleichberechtigt.